Gastprofessur

PD Dr. Anna Bergmann

PD Dr. habil. Anna Bergmann wird im Wintersemester 2005/2006 als Maria-Goeppert-Mayer-Gastprofessorin am Braunschweiger Zentrum für Gender Studies sein. Sie wird geschlechtsspezifische Aspekte der Biomedizin (speziell Transplantationsmedizin und Umgang mit dem Tod) sowie die Darstellbarkeit und Darstellung von Gewalt in Männlichkeitsbildern in der westlichen Medienberichterstattung über den Afghanistan- und Irakkrieg in die drei Braunschweiger Hochschulen einbringen.

Die Gastprofessur ist in Kooperation mit der Abteilung für Geschichte der Naturwissenschaften mit Schwerpunkt Pharmaziegeschichte (Technischen Universität Braunschweig, Prof. Dr. Bettina Wahrig) entstanden, wo Anna Bergmann während des Wintersemesters angesiedelt sein wird.

Informationsfaltblatt zur Gastprofessur von Anna Bergmann im pdf-Format

Kurzbiographie
Priv. Doz. Dr. Anna Bergmann, Jahrgang 1953

Studium der Politik- und Sozialwissenschaft am Otto-Suhr-Institut, am
Zentralinstitut für sozialwissenschaftliche Forschung und am Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin (FUB); promoviert am Institut für Politische Wissenschaft in Verbindung mit dem Institut für die Geschichte der Medizin der FUB; habilitiert mit der Lehrbefähigung für die Fächer Neuere Geschichte und Kulturgeschichte an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder).

Arbeitsschwerpunkte: Geschichte der Geschlechterverhältnisse und der Kindheit; Wahrnehmungsgeschichte des Körpers und des Todes; Kulturgeschichte der Anatomie, des medizinischen Menschenexperiments und der Transplantationsmedizin; Geschichte der Seuchen und der Quarantänepolitik;demographische Entwicklungen und Bevölkerungstheorien, Geschichte der Rassenhygiene, Eugenik und Humangenetik.

 

Tätigkeiten:Privatdozentin an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät derEuropa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) und lehrt außerdem an österreichischen Universitäten die Fächer Kulturwissenschaft, Europäischen Ethnologie, Politikwissenschaft und Erziehungswissenschaften in den Bereichen der Historischen Anthropologie und der Gender Studies (Innsbruck, Wien, Graz, Klagenfurt);1980-1982 Freie Mitarbeiterin beim Sender Freies Berlin; 1881-1988 Lehrbeauftragte an der FUB; 1884-1987 Stipendiatin des Hamburger Instituts für Sozialforschung; 1990-2005 regelmäßig Lehrbeauftragte an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck; 1990 bis 1995 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie, Abtlg. Historische Anthropologie und Kultursoziologie der FUB; 1996 bis 1999 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kulturwissenschaftlichen Seminar der Humboldt-Universität zu Berlin im Rahmen des interdisziplinären Schwerpunktprogramms der Deutschen Forschungsgemeinschaft "Theatralität"; 1999-2001 Gastprofessorin für Gender Studies an der Karl-Franzens-Universität Graz (Institut für Philosophie) und am Kulturwissenschaftlichen Institut der Universität Klagenfurt

Zahlreiche Veröffentlichungen zum Verhältnis von Medizin, Politik und Geschlecht; Buchpublikationen: Die verhütete Sexualität. Die Anfänge der modernen Geburtenkontrolle, Hamburg 1992 (1998 im Aufbau Taschenbuchverlag erschienen); zusammen mit Ulrike Baureithel: Herzloser Tod. Das Dilemma der Organspende, Stuttgart 1999 (2. Aufl. 2001) - ausgezeichnet von "bild der wissenschaft" als "Wissenschaftsbuch des Jahres 2000"; Der entseelte Patient. Die moderne Medizin und der Tod. Berlin 2004; im Druck:Klimakatastrophen, Pest und Massensterben. Christliche Angstbewältigung zwischen Rationalität und Opferkult in der Moderne, scripvaz-Verlag 2005.

Am 08.11.2005 hielt Anna Bergmann einen ersten öffentlichen Vortrag im Rahmen ihrer Gastprofessur zum Thema "Menschenexperiment und medizinischer Fortschritt in der Geschichte der modernen Medizin"

Lehrveranstaltungen von Anna Bergmann im Wintersemester 2005/06

Vorlesung an der TU
Kulturgeschichte der europäischen Transplantationsmedizin

Seminar an der TU
Mit Pille und Skalpell: Hormonelle Empfängnisverhütung und Sterilisation in Geschichte und Gegenwart

Seminar an der TU
Die Darstellbarkeit und Darstellung von Gewalt in Männlichkeitsbildern der westlichen Medienberichterstattung über den Afghanistan- und Irakkrieg

Beteiligung an weiteren Lehrveranstaltungen:

Vorträge

Während ihrer Gastprofessur wird Anna Bergmann über die Lehrveranstaltungen hinaus Vorträge halten und kann zu Vorträgen eingeladen werden. Termine und Themen können Sie zu gegebener Zeit hier auf der Homepage finden; Kurzbeschreibungen möglicher Vortragsthemen finden Sie, wenn Sie den Links folgen.

Wässern, Räuchern, Verbrennen
Der Experimentator als Kriegsheroe
Die Entwicklungsgeschichte der hormonellen Sterilisation

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